ärger
Kapitel 4   
WG Witzelstraße

Nachdem der erste Schock verdaut war, konnten wir endlich gemeinsam leben...

Überraschung

Dann flatterte irgendwann ein Briefchen ins Haus, dass unsere Wohnung veräußert worden war und die Allianz nun nicht mehr Vermieter ist, sondern zwei abenteuerliche verwitwetet und zutiefst verbitterte Frauen. All das stellte ich erst später heraus. Zunächst allerdings sollte sich am Mietverhältnis nichts ändern. Zunächst jedenfalls.
Da ich gerade dabei war mein Leben auch anderweitig zu planen und ein Auslandsaufenthalt immer wahrscheinlicher wurde, konnte ich nicht umhin, auch mit den neuen Vermieterinnen zu sprechen, weil ich ggfs. auch Untervermieten würde. Allerdings ließen sich die Damen nicht blicken, sondern schickten den Hausmeister und den Hausverwalter vorbei. Dick und Doof wäre ein wenig dick (im wahrsten Sinne des Wortes) aufgetragen, aber zwei Dickdarmmenschen, die gerne den großen Zampano spielen, weil ihr Leben so frustrierend ist und sich im Zwölffingerdarm recht wohl fühlen. Ist ja auch schön warm dort! Mit diesen beiden erörterte ich die Situation. Erörtern ist allerdings in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht richtig, ich sagte, was wir nan unserer Wohnugng nicht veranstaltet bzw. kaputt gemacht haben und die beiden blockten ab, was nur abzublocken war. - was leider sehr viel, um nicht zu sagen ALLES war! Das war frustirerend. Da zogen arg schwarze Wolken am Horizont auf! Kurzum, sie wollten, dass wir die ganze Wohnung renovieren - und nicht nur die Schönheitsreparaturen, die wir ohnehin hätten machen müssen, sondern all das, was im Übernahmeprotoll ann dazumal vereinbart worden war und was wir bis dato nie zu Gesicht bekommen haben. Genüßlich wiesen die beiden mich noch darauf hin, dass wir in der Küche am besten damit fahren würden, wenn wir wieder Tapeten an die Wand kleben, weil dann die Baufälligkeit der Wände damit sehr gut kaschiert werden könne. Dies ist für spätere Ausführungen wichtig, deshalb will ich das an dieser Stelle noch einmal hervoheben: TAPETEN! Angemerkt sei hier noch, dass wir sogar die Allianz gebeten hatten, uns alle Unterlagen zukommenzulassen und die nicht einen kleinen Finger gerührt haben. Wo ich meine nächste Versicherung kaufe oder besser: nicht kaufe, das ist mir nun auch klar! Wir hatten also weder Übergabeprotokoll noch sonst irgendwas in der Hand. Alle Unterlagen konnten wir erst zwei Monate vor meinem eigentlichen Auszug in Empfang nehmen, wo sich auch noch andere sehr interessante Dinge herausstellen sollten...

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Betrug:

Der Vormieter vor unseren Vormietern hatte sich mal eben mit 3000,- DM aus den Renovierungsarbeiten herausgekauft, aber selbst nicht renoviert, sondern sich peu a peu abgeseilt und das Geld einbehalten. Der Hausmeister war natürlich auch nicht da und hat nachgesehen, ob die ausziehenden Parteien die vertraglich bestehenden Reparaturen vorgenommen haben. Unglaublich, aber wahr! Nun, uns konnte das eigentlich auch egal sein, denn das Übergabeprotokoll ist für uns nicht bindend gewesen, aber da wir nun mit dem ganzen Renovierungshick-hack drin hangen, war es alles andere als angenehm. So haben wir ihm einen Prozess angedroht, wenn er sich nicht bewegt und das Geld verlangt. Erst einmal hat er dann bei uns angerufen und unseren Anrufbeantworter zugetextet. Echauffiert bis zum geht nicht mehr, weil er partout nicht einsehen wollte (und auch immer noch nicht will), dass er eine linke, aber wirklich äußerst linke Tour abgezogen hatte. Das Schreiben, in dem er uns zwei Wochen vor dem Auszug den Stinkefinger zeigt, findet Ihr : hier :.
Leider sieht in diesem Falle die Rechtslage nicht wirklich eindeutig zu unseren Gunsten aus, aber auch hier scheinen sich die Juristen nicht einig zu sein. Was ein Richter dazu meint, steht bekanntlich wieder auf einem anderen Blatt. Wir werden nun in jedem Fall eine Strafanzeige gegen den geliebten Denise stellen. Mal sehen, was dann dabei rumkommt! Dass sich Menschen überhaupt zu sowas herunterlassen, das geht mir leider nicht ein. Vollkommen unverfrohren und frech! Das macht mich inzwischen schon ein wenig stutzig und lässt mich auch an dem Grundsatz des "ehrlichen" Studenten nicht mehr festhalten. Das war eine Sauerei!

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Kapitel 5