Nachdem der erste Schock verdaut war, konnten wir endlich gemeinsam
leben...
Überraschung
Dann flatterte irgendwann ein Briefchen ins Haus,
dass unsere Wohnung veräußert worden war und die Allianz
nun nicht mehr Vermieter ist, sondern zwei abenteuerliche verwitwetet
und zutiefst verbitterte Frauen. All das stellte ich erst später
heraus. Zunächst allerdings sollte sich am Mietverhältnis
nichts ändern. Zunächst jedenfalls.
Da ich gerade dabei war mein Leben auch anderweitig zu planen
und ein Auslandsaufenthalt immer wahrscheinlicher wurde, konnte
ich nicht umhin, auch mit den neuen Vermieterinnen zu sprechen,
weil ich ggfs. auch Untervermieten würde. Allerdings ließen
sich die Damen nicht blicken, sondern schickten den Hausmeister
und den Hausverwalter vorbei. Dick und Doof wäre ein wenig
dick (im wahrsten Sinne des Wortes) aufgetragen, aber zwei Dickdarmmenschen,
die gerne den großen Zampano spielen, weil ihr Leben so
frustrierend ist und sich im Zwölffingerdarm recht wohl fühlen.
Ist ja auch schön warm dort! Mit diesen beiden erörterte
ich die Situation. Erörtern ist allerdings in diesem Zusammenhang
ebenfalls nicht richtig, ich sagte, was wir nan unserer Wohnugng
nicht veranstaltet bzw. kaputt gemacht haben und die beiden blockten
ab, was nur abzublocken war. - was leider sehr viel, um nicht
zu sagen ALLES war! Das war frustirerend. Da zogen arg schwarze
Wolken am Horizont auf! Kurzum, sie wollten, dass wir die ganze
Wohnung renovieren - und nicht nur die Schönheitsreparaturen,
die wir ohnehin hätten machen müssen, sondern all das,
was im Übernahmeprotoll ann dazumal vereinbart worden war
und was wir bis dato nie zu Gesicht bekommen haben. Genüßlich
wiesen die beiden mich noch darauf hin, dass wir in der Küche
am besten damit fahren würden, wenn wir wieder Tapeten an
die Wand kleben, weil dann die Baufälligkeit der Wände
damit sehr gut kaschiert werden könne. Dies ist für
spätere Ausführungen wichtig, deshalb will ich das an
dieser Stelle noch einmal hervoheben: TAPETEN!
Angemerkt sei hier noch, dass wir sogar die Allianz gebeten hatten,
uns alle Unterlagen zukommenzulassen und die nicht einen kleinen
Finger gerührt haben. Wo ich meine nächste Versicherung
kaufe oder besser: nicht kaufe, das ist mir nun auch klar! Wir
hatten also weder Übergabeprotokoll noch sonst irgendwas
in der Hand. Alle Unterlagen konnten wir erst zwei Monate vor
meinem eigentlichen Auszug in Empfang nehmen, wo sich auch noch
andere sehr interessante Dinge herausstellen sollten...
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Betrug:
Der Vormieter vor unseren Vormietern hatte sich
mal eben mit 3000,- DM aus den Renovierungsarbeiten
herausgekauft, aber selbst nicht renoviert, sondern sich peu a
peu abgeseilt und das Geld einbehalten. Der Hausmeister war natürlich
auch nicht da und hat nachgesehen, ob die ausziehenden Parteien
die vertraglich bestehenden Reparaturen vorgenommen haben. Unglaublich,
aber wahr! Nun, uns konnte das eigentlich auch egal sein, denn
das Übergabeprotokoll ist für uns nicht bindend gewesen,
aber da wir nun mit dem ganzen Renovierungshick-hack drin hangen,
war es alles andere als angenehm. So haben wir ihm einen Prozess
angedroht, wenn er sich nicht bewegt und das Geld verlangt. Erst
einmal hat er dann bei uns angerufen und unseren Anrufbeantworter
zugetextet. Echauffiert bis zum geht nicht mehr, weil er partout
nicht einsehen wollte (und auch immer noch nicht will), dass er
eine linke, aber wirklich äußerst linke Tour abgezogen
hatte. Das Schreiben, in dem er uns zwei Wochen vor dem Auszug
den Stinkefinger zeigt, findet Ihr :
hier :.
Leider sieht in diesem Falle die Rechtslage nicht wirklich eindeutig
zu unseren Gunsten aus, aber auch hier scheinen sich die Juristen
nicht einig zu sein. Was ein Richter dazu meint, steht bekanntlich
wieder auf einem anderen Blatt. Wir werden nun in jedem Fall eine
Strafanzeige gegen den geliebten Denise stellen. Mal
sehen, was dann dabei rumkommt! Dass sich Menschen überhaupt
zu sowas herunterlassen, das geht mir leider nicht ein. Vollkommen
unverfrohren und frech! Das macht mich inzwischen schon ein wenig
stutzig und lässt mich auch an dem Grundsatz des "ehrlichen"
Studenten nicht mehr festhalten. Das war eine Sauerei!
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Kapitel 5