Der Tag nahte, an dem ich Luftsprünge machen
konnte: Aksel (mein fünfmonatiger Mitbewohner, arbeitslos,
nie abwaschend, nichts tuend, wahrscheinlich drogensüchtig
und lethargischer als ein Stück Seife - wenn auch nicht so
gut riechend!) wollte ausziehen!
Auszug
Ich hatte mich eigentlich auch schon nach Wohnungen
umgesehen, aber wenn er gehen sollte, konnte mir das nur recht
sein, weil die Wohnung klasse lag und ich alles hatte, was ich
wollte. Deshalb nahm ich die WG-Partnersuche auch selber in die
Hand. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, denn es waren
wirklich viele Tränen dabei, aber den letzten hab ich dann
genommen und war mehr als zufrieden mit ihm ;) Ehe der aber einziehen
konnte, mussten wir uns noch auf einen Termin einigen, der von
Alex immer mal wieder verschoben wurde. Ihr könnt Euch sicherlich
vorstellen, dass das nicht wirklich gute Vorzeichen sind, wenn
ein neuer Mitbewohner einziehen will. Dennoch haben wir dann ein
Datum geschafft und Aleks wollte am letztmöglichen Tag ausziehen.
Sein gutes Recht! Ich hatte ein paar Freunde eingeladen, weil
wir noch ein paar Flaschen Wein da hatten und Nudeln koche ich
immer gerne. Anschließend wollten wir auf das düsseldorfer
Altbierfest, was wir auch taten. Alex wollte alles mit seinem
Kumpel aus der Wohnung schaffen und auch noch streichen...
Mir egal, dachte ich. Ich geh mich amüsieren. Als ich um
halb fünf nach Hause kam, sah ich noch Licht bei ihm brennen.
Das konnte eigentlich nichts Gutes heißen und mein Gefühl
enttäuschte mich leider nicht: Als ich die Wohnungstür
öffnete umgab mich ein noch nie dagewesen Chaos! Nichts war
gemacht. Nur der AB blinkte mit einer Nachricht von Herrn S. wie
sich anschließend herausstellen sollte. Sie hätten
den Schlüssel innen vergessen und die Tür sei zugeschnappt.
Gut, mir egal, macht was ihr wollt, ich geh schlafen, ihr räumt
weiter das Zimmer aus und streicht. Glücklicherweise kündigte
sich mein neuer Mitbewohner erst gegen 10 Uhr Abends an, so dass
es noch zu schaffen war. Um zwei Uhr waren sie endlich fertig
und haben in ihrem Übereifer auch gleich noch die Tür
von Innen gestrichen und auch netterweise die Decke ausgespart.
Das konnte ja gleich heiter werden...
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Einzug
Mein neuer Mitbewohner war auch ein wenig angepisst,
obschon der Qualität des Dargebotenen, aber was konnte er
machen? Er brauchte ebenso eine Wohnung, wie ich damals und auch
er wusste (noch) nicht, worauf er sich hier eingelassen hatte.
Ich habe mich in den Boden geschämt, weil ich sogar noch
vorher die Küche - das Problemkind unserer Wohnung - mit
meinem Freund Jens gestrichen hatte und dann diese Farce mit Mister
Zuverlässig! Es sah zwar nicht wirklich besser aus, aber
auch nicht ganz so verrucht wie vorher und der Raum war so wenigstens
ein wenig heller geworden.
Dennoch schaffte er es immerhin durch Kautionsdruck, dass Aksel
endlich den Balkon saubermachte! Was man mit Geld alles in die
Wege leiten konnt, das war mir noch nie klarer vor Augen geführt
worden. Was ein Gefühl, wenn plötzlich mehr Platz herrschte
und man auch die Wäsche mal draußen aufhängen
konnte. Sehr schön!
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Kapitel 4