Einzug Nummer 2
Kapitel 3   

Der Tag nahte, an dem ich Luftsprünge machen konnte: Aksel (mein fünfmonatiger Mitbewohner, arbeitslos, nie abwaschend, nichts tuend, wahrscheinlich drogensüchtig und lethargischer als ein Stück Seife - wenn auch nicht so gut riechend!) wollte ausziehen!

Auszug

Ich hatte mich eigentlich auch schon nach Wohnungen umgesehen, aber wenn er gehen sollte, konnte mir das nur recht sein, weil die Wohnung klasse lag und ich alles hatte, was ich wollte. Deshalb nahm ich die WG-Partnersuche auch selber in die Hand. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, denn es waren wirklich viele Tränen dabei, aber den letzten hab ich dann genommen und war mehr als zufrieden mit ihm ;) Ehe der aber einziehen konnte, mussten wir uns noch auf einen Termin einigen, der von Alex immer mal wieder verschoben wurde. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass das nicht wirklich gute Vorzeichen sind, wenn ein neuer Mitbewohner einziehen will. Dennoch haben wir dann ein Datum geschafft und Aleks wollte am letztmöglichen Tag ausziehen. Sein gutes Recht! Ich hatte ein paar Freunde eingeladen, weil wir noch ein paar Flaschen Wein da hatten und Nudeln koche ich immer gerne. Anschließend wollten wir auf das düsseldorfer Altbierfest, was wir auch taten. Alex wollte alles mit seinem Kumpel aus der Wohnung schaffen und auch noch streichen...
Mir egal, dachte ich. Ich geh mich amüsieren. Als ich um halb fünf nach Hause kam, sah ich noch Licht bei ihm brennen. Das konnte eigentlich nichts Gutes heißen und mein Gefühl enttäuschte mich leider nicht: Als ich die Wohnungstür öffnete umgab mich ein noch nie dagewesen Chaos! Nichts war gemacht. Nur der AB blinkte mit einer Nachricht von Herrn S. wie sich anschließend herausstellen sollte. Sie hätten den Schlüssel innen vergessen und die Tür sei zugeschnappt. Gut, mir egal, macht was ihr wollt, ich geh schlafen, ihr räumt weiter das Zimmer aus und streicht. Glücklicherweise kündigte sich mein neuer Mitbewohner erst gegen 10 Uhr Abends an, so dass es noch zu schaffen war. Um zwei Uhr waren sie endlich fertig und haben in ihrem Übereifer auch gleich noch die Tür von Innen gestrichen und auch netterweise die Decke ausgespart. Das konnte ja gleich heiter werden...

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Einzug

Mein neuer Mitbewohner war auch ein wenig angepisst, obschon der Qualität des Dargebotenen, aber was konnte er machen? Er brauchte ebenso eine Wohnung, wie ich damals und auch er wusste (noch) nicht, worauf er sich hier eingelassen hatte. Ich habe mich in den Boden geschämt, weil ich sogar noch vorher die Küche - das Problemkind unserer Wohnung - mit meinem Freund Jens gestrichen hatte und dann diese Farce mit Mister Zuverlässig! Es sah zwar nicht wirklich besser aus, aber auch nicht ganz so verrucht wie vorher und der Raum war so wenigstens ein wenig heller geworden.
Dennoch schaffte er es immerhin durch Kautionsdruck, dass Aksel endlich den Balkon saubermachte! Was man mit Geld alles in die Wege leiten konnt, das war mir noch nie klarer vor Augen geführt worden. Was ein Gefühl, wenn plötzlich mehr Platz herrschte und man auch die Wäsche mal draußen aufhängen konnte. Sehr schön!

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Kapitel 4