Wir mussten also kündigen, weil ein Untervermieten
nicht in Frage kam. Ohnehin wurde uns nahe gelegt, dass wir doch
ausziehen sollten, weil die Vermieterin keine WGs mehr dulden
wollten. Mein Mitbewohner hatte ebenfalls Auslandspläne und
so wurde gekündigt.
Zuvor hab ich zusammen mit meinem Vater brav über die Weihnachtsfeiertage
- wie uns von Kollege Baum und Schultze geraten
wurde - in der Küche Tapeten aufgehangen. Er opferte also
seine wertvolle Freizeit (vom Geld mal ganz zu schweigen), um
uns küchen- und flurmäßig aus der Patsche zu helfen!
Das Spiel beginnt
Es wurde also offiziell angepfiffen. Nun machten wir endlich
richtig Bekanntschaft mit der Debilität des Alters. Anders
kann man es nicht ausdrücken und ich erspare Euch hier jeden
einzelnen Besuch der Damen und Herren. Der Kurzweiligkeit halber
ein paar Zitate, die ich Euch nicht vorenthalten will:
- Herr Dauerer, wir kennen uns ja schon (ich
hatte die Frau bis dato noch nie gesehen...)
- Herr D. oder Herr W.?? (ich hab es aufgegeben später...)
- Die Standhaftigkeit von Frau K. (der Nachmieterin) kann ich
nur bewundern. Jeder andere wäre mit wehenden Fahnen aus
der Wohnung gestürzt!
- Sie wohnen in einer Bruchbude.
Zweimal haben wir uns bei den Treffen derart
einschüchtern lassen, aber beim dritten Mal landeten wir
endlich einen Punktsieg, nachdem wir uns anwaltlich schlau gemacht
hatten und endlich fundierter widersprechen konnten! Da war der
dicke Baum plötzlich nur noch ein Zweiglein und
einsilbig und nur schnell raus! Wie wir uns gefreut haben...
Zu früh gefreut
Ein Anwaltsschreiben flatterte dann mal zu uns
in den Kasten, welches wieder eine andere Gangart an den Tag legte
mit den gleichen Anschuldigungen wie zuvor. Wir sollten für
alles gerade stehen, was in der Wohnung nicht in Ordnung war.
Dass lediglich die gesetztlichen Schönheitsreparaturen erforderlich
seien, wurde hier flux übergangen. Dieses findet Ihr :
hier :.
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Kapitel 6